Die artgerechte Unterbringung

Leider gehen immer noch sehr viele Halter davon aus, man könne die Schildkröte problemlos im Terrarium halten und im Sommer ab und an auf ein kleines Stückchen Wiese setzen. Manche lassen die Tiere auch in der Wohnung frei laufen. (das bedeutet auf längere Sicht wegen ständiger Zugluft den Tod der Tiere) Dies entspricht nicht im geringsten der artgerechten und naturnahen Haltung!!!!!

Da die Griechische Landschildkröte ein Wildtier ist und bleibt, sollte man sie so naturnah wie möglich halten. Für Schildkröten ist UV-Strahlung lebensnotwendig. In Verbindung mit Kalk (siehe Ernährung) wird so das gesunde Panzerwachstum optimal gefördert. Deshalb halte ich es für eine absolute Voraussetzung sie ganzjährig (bis auf die Winterstarre) im Freiland zu halten. Dies erfordert natürlich einiger Technik, da unsere Temperaturen nicht mit denen in der Heimat vergleichbar sind. Mehr dazu dann auf der Seite Frühbeet.

Gehegegrösse:
Da Schildkröten sehr lauffreudige Tiere sind, sollte das Freigehege nicht zu klein bemessen sein. Für adulte Schildkröten sollte ein Gehege 30 qm nicht unterschreiten. Jedoch sollte ein Gehege mit den Tieren wachsen. Deshalb reicht für Jungtiere zunächst eine Grösse von
5 qm vollkommen aus. Jungtiere sollten bis zu einem Gewicht von min. 250 g mit einem Vogelschutznetz gesichert sein.

Standort des Geheges:
Generell sollte man den sonnigsten Platz im Garten wählen. Die Morgensonne ist dabei aber wichtiger als die Abendsonne. Denn nur so werden die Tiere schon am morgen aktiv.

Gehegeeinfriedung:
Hier eignen sich viele Materialien, jedoch keine durchsichtigen. Diese werden nicht als Hindernis erkannt und die Schildkröte würde immer wieder hindurch laufen wollen. Auch Draht ist nicht geeignet, er kann schwere Verletzung an den Krallen verursachen.

Bodenbeschaffenheit:
Um ein möglichst heimatorientiertes Gehege zu bekommen, muss der Boden aufbereitet werden. Grosse Grasflächen sind für die Tiere ungeeignet, da Regenwasser nicht so schnell abtrocknet. Wir haben deshalb unser Freigehege zunächst ein Stück ausgehoben. Mit dem Aushub haben wir zum Teil Hügel gestaltet. Um den Boden karg und nährstoffarm zu gestalten, haben wir das Gehege zunächst mit Betonkies aufgefüllt. Darüber wird der restliche Mutterboden aufgebracht. Zum Abschluss sollte man Kalksteinschotter im Gehege verteilen. Dies macht den Boden kalkhaltig, was sehr wichtig für die dort wachsenden Futterpflanzen ist. Denn diese sollen nicht zu Kalorienbomben werden, sondern rohfaserreich und kalkhaltig und sein. Nur so sind sie wertvoll für unsere Tiere.

Gehegepflanzen:
Generell eignen sich alle mediterranen Pflanzen, die auch im Habitat der Tiere vorkommen: Lavendel, Thymian, Salbei, Rosmarin...Sie dienen als Schattenspender und Versteckmöglichkeit. Die ätherischen Öle dieser Pflanzen pflegen zudem den Panzer.
Des weiteren eignen sich auch Rose, Hibiskus, wilder Wein, Brombeere, Himbeere, Feuerlilie, Schmetterlingsflieder und Fuchsie. Um das Gehege unübersichtlicher und interessanter für die Schildkröten zu gestalten, sollten Steine und Wurzeln im Gehege verteilt werden.
 

Futterpflanzen:
Die Futterpflanzen können im ganzen Gehege wachsen. Die Tiere sollten die Möglichkeit haben, ihr Futter selbst zu suchen. Denn nur so ernähren sich die Tiere abwechslungsreich und haben genügend Bewegung. Näheres zu den Futterpflanzen
hier.

Abschliessend ist zu sagen, dass ein Gehege aus der Sicht der Schildkröte unübersichtlich gestaltet sein soll. Steine und Äste sollen den Tieren den Weg versperren. So wird die Grundfläche des Geheges vergrössert und die Tiere laufen sich nicht ständig über den Weg.
Da Schildkröten das offene Gelände aus Angst vor Vögeln meiden, ist es wichtig, dass genügend Verstecke vorhanden sind. Die Haltung auf einer freien, offenen Grasfläche würde purer Stress für die Tiere bedeuten.

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Teilansicht des Geheges

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